meier39.jpg

Reisebericht über Annettes Urlaub in Epiros (Griechenland).

Meier.IT
www.meier.it

Griechenland - Urlaub in Epirus

griechenland flagge

Einleitung und kulinarische Genüsse

(AH) Urlaub in Epirus, heißt Urlaub in einer noch nicht vor Touristen überlaufenden Region Griechenlands. Gastfreundlichkeit pur. Geredet wird mit Händen und Füssen, das Mittagessen wird direkt in der Küche aus dem Kochtopf bestellt. Abends geht man am besten in kleine Tavernen. Da bestellt man dann Salat, Tzaziki, Patates (Kartoffeln in dicke Streifen oder in Achtel geschnitten und in Öl gebraten oder frittiert), Bifteki, Hähnchen, Lammkoteletts oder Souflaki. Die Lammkoteletts bestellt man je nach Appetit und Größe der Gesellschaft am besten in Kilo, dann kommen sie auf eine große Platte und jeder kann zu greifen.

karte von griechenland

Bei den Souflaki sollte man bei der Bestellung darauf achten, ob sie megalo, also groß, oder mikro, klein, sind. Die Kleinen lassen sich ganz prima von Hand essen. Als Snack zwischendurch sollte man sich mal eine Pita gönnen. Das ist in der Regel ein dünnes Fladenbrot, dass gerollt wird und da ist dann Tomate, Zwiebeln, Gurke, ein paar Patates und natürlich Gyros drin.

Wenn man sich in ein Cafe zu einem Glas Ouzo setzt, gibt es meist eine Kleinigkeit zu essen dazu. Das können Oliven sein, etwas Feta, vielleicht ein kleiner Souflaki, aber auch in Naturdarm gegrillte Innereien (schmeckt besser als es klingt).

epiros

Bild: Schöne Strände gibt es in der Region Epirus hier viele (c) AH

Epirus, ein Geheimtipp

Epirus ist eine Verwaltungsregion im Nordwesten Griechenlands. Sie grenzt im Norden an Albanien, im Westen an das Ionische Meer, im Süden an den Ambrakischen Golf und im Osten an Thessalien und Makedonien. Die Hauptstadt ist Ioannina, an der Westküste des Pamvotida- bzw. Ioannina-Sees. Die Region ist etwa 9.200 qkm groß und hat etwa 350.000 Einwohner.

Es ist eine sehr bergige Region. Sie ist sehr grün, dank der vielen Wälder und Gewässer. An der Küste wachsen vor allem Eichen, Buchen und Föhren und in den Ebenen findet man viele Olivenhaine.

Neuere Geschichte der Region

Zur Geschichte lässt sich sagen: Epirus blieb Teil des Osmanischen Reiches auch nach der Unabhängigkeit Griechenlands bis zu den Balkankriegen 1912/13. Danach konnte der größte Teil Griechenland angeschlossen werden, während der Norden an Albanien fiel. Bis zum Eintritt Deutschlands 1941 in den Krieg auf dem Balkan, konnte Griechenland die Angriffe Italiens aus dem annektierten Albanien abwehren. Epirus wurde durch Italien besetzt und damit wurden die Gebirge zu einer Hauptregion des griechischen Widerstandes. Auch während des Bürgerkrieges nach dem 2. Weltkrieg war Epirus stark umkämpft.

Wirtschaft

Epirus ist eine der ärmsten Regionen Griechenlands und auch der Europäischen Union. Vor allem für den Export werden Tabak und Oliven (Olivenöl) angebaut. Die Fischerei bietet nur wenig Arbeit und im Vergleich zu anderen Regionen Griechenlands gibt es wenig Tourismus. Die Hafenstadt Igouminitsa ist dabei die Ausnahme, sie hat sich zum größten Tor Griechenlands nach Westen entwickelt. Mittelpunkt von Industrie und intensiver Landwirtschaft ist die Umgebung der Hauptstadt Ioannina. Hier lebt auch der größte Teil der Bevölkerung. Diese bekennt sich zum größten Teil zur orthodoxen Kirche und ist fast rein griechisch. Es gibt eine kleine albanische Minderheit, die Camen, und im Pindosgebirge, im Osten, leben auch Aromunen.

epiros

Bild: Epirus ist eine grünsten Regionen in Griechenland (c) AH

Sehenswürdigkeiten in Epirus

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, aber auch in den Nordwesten Griechenlands. Mit dem Flugzeug fliegt man nach Korfu und setzt von dort mit der Fähre nach Igouminitsa über. Es gibt zwar Überlandbusverbindungen, aber mit einem Mietwagen geht es besser. Am einfachsten ist die Anreise mit dem eigenem Auto. Es gibt Fährverbindungen von verschiedenen Häfen Italiens nach Igouminitsa. Zum Beispiel von Venedig dauert es ca. 23 Stunden, von Ancona in Mittelitalien dauert es etwa 12 Stunden und die kürzeste Überfahrt ist von Brindisi oder Bari in Süditalien.

Man findet eine fast unberührte Tier- und Pflanzenwelt sowohl in den Bergen als auch in den Flusstälern. Zum Beispiel das Hydrobiotop des Kalamos-Flussdeltas. Aber auch Orte aus der Antike und neueren Gesichte. Zum Beispiel in der Ebene von Dodoni das Orakel. Der Fluss Acheron bietet sogar beides. Am östlichen Quellfluss des Acheron liegt das Orakel von Dodoni. Nördlich von Trikastro durchfließt er ein enges Tal, das als die Engen des Acheron bezeichnet wird. Im Verlauf zwischen Tzavelena und Glyki findet man die so genannten Quellen des Acheron. Hierbei handelt es sich um eiskalte Frischwasserquellen entlang des Flusses, aber auch direkt darin. In der Antike glaubten die Griechen, dass diese Quellen direkt aus der Unterwelt entstammten. In der Nähe der Küste durchfloss der Fluss den Acherousia-See, dieser ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollständig verlandet. Am Ufer des Sees lag das Totenorakel von Ephyra. Der Acheron ist auch einer der 5 Flüsse der Unterwelt. Außerdem gilt er neben dem Styx als Totenfluss über den Charon mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades brachte.

Sehenswert ist auch die Stadt Paramythia, sie bildet die griechisch-orthodoxe Metropole der Präfektur Thesprotia. Sie ist bekannt für die gut erhaltene Byzantinische Kirche der Jungfrau Maria. Die Häuser sind traditionell gebaut und im Stadtkern gibt es einen gepflasterten Marktplatz, wo jeden Samstag Markt stattfindet. Die Bauern aus der Umgebung bieten frisches Obst, Gemüse und Kräuter an. Manchmal gibt es auch lebendes Geflügel und frischen Fisch. Aus Paramythia stammt die Familie des Schmuckhauses Bulgari, sie wanderte Ende des 19. Jahrhunderts nach Italien aus. Direkt am Ionischen Meer liegt Parga. Hier findet man kleine Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen - vor allem wegen einiger sehr schöner Strände direkt im Ort, aber auch in der näheren Umgebung. Erstmalig erwähnt wurde Parga etwa um 1337. Die Stadt wurde mehrfach durch fremde Staaten verwaltet, unter anderem durch die Venezianer, die Türken und auch die Engländer. Die verwinkelte Innenstadt genauso wie die Promenade laden zu Entdeckungen ein. Über dem Ort liegt eine um 1570 erbaute venezianische Festung mit Aussicht über die zerklüftete Küste.

epiros strand

Bild: Blauer Himmel, klares Wasser und schöner Strand (c) AH

Vor der Küste liegen, zu den Ionischen Inseln zählend, die Insel Paxos und Antipaxos. Auf Antipaxos leben ständig etwa 40 Menschen. Paxos ist etwa 10 Kilometer lang und an nur wenigen Stellen breiter als 2 Kilometer. Es gibt keine dauernd Wasser führenden Bäche und nur wenige Quellen. Die Touristen bilden heute die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Früher lag sie in der Kultivierung einer kleinen, aber sehr aromatischen Olive und der Gewinnung von Olivenöl. Wenn man mit dem Schiff von Parga zum Baden hinüber fährt, findet man im flachen Osten der Insel schöne Badebuchten. Die Westküste besteht aus steilen Abbrüchen und Klippen.

Dort findet man auch einige Grotten und vor der Küste auch Monolithen. Es gibt zur Insel eine Sage, nach der hat Poseidon für sich und seine Geliebte ein geschütztes Liebesnest gebraucht. Deshalb hat er von der Südspitze Korfus mit seinem Dreizack die Insel abgetrennt. Paxos führt daher im Emblem den Dreizack. In den Gewässern um Paxos haben einige bedeutende Seeschlachten stattgefunden. Wie auch die Stadt Parga befand sich auch auf Paxos unter fremder Verwaltung, zum Beispiel durch Venedig, das Osmanische Reich, Frankreich, Russland und Großbritannien. Seit 1864 gehört es wieder zu Griechenland. Auch ein Besuch der Insel Korfu oder Kerkyra, wie sie im Griechischen heißt, ist zu empfehlen. Sie ist die nördlichste und zweitgrößte der sieben großen Ionischen Inseln. Man spricht von der grünen Insel, da sie für griechische Verhältnisse eine üppige Vegetation hat.

meteora

Bild: Die Meteora-Klöster liegen in einer bizarren Berglandschaft

Besonders bekannt ist das Achilleion. Dabei handelt es sich um einen Palast bei Gastouri, der für Kaiserin Elisabeth (Sisi) erbaut wurde. Sie nutzte ihn privat, Kaiser Wilhelm II, der ihn 1907 kaufte, machte ein diplomatisches Zentrum daraus. Im ersten Weltkrieg wurde der Palast als Lazarett genutzt und im zweiten Weltkrieg als Hauptsitz der deutschen Besatzungsmacht. Der griechische Staat verkaufte ihn dann 1962 und er wurde zu einem Museum und Spielcasino umgebaut. Seit 1983 ist er wieder Staatseigentum. Das Casino und der Portikus dienten James Bond - In tödlicher Mission als Schauplatz. Berühmt und auch Schauplatz für James Bond - In tödlicher Mission, waren und sind die Klöster von Meteora. Die ersten Einsiedeleien wurde seit dem 11. Jahrhundert erwähnt. Die Klöster liegen in der Nähe von Kalambaka. Das ist zwar nicht mehr Epirus, sondern Thessalien, aber sie sind alle mal eine Reise wert. Die Felsen von Meteora sind eine der beliebtesten Kletterziele Griechenlands. Die Klöster wurden auf hohe Felsen gebaut und an Tagen mit dunstiger Luft, scheinen sie zu schweben. Daher kommt auch der Name Meteora, die Ableitung von meteorizo, was sich mit „in der Luft schwebend“ übersetzen lässt. Insgesamt gibt es 24 Klöster und Eremitagen, davon sind nur noch sechs bewohnt.

Die übrigen sind zu schwer zu erreichen bzw. vom Einsturz gefährdet. Das erste gegründete Kloster Doupiani ist nicht mehr erhalten, es gibt dort aber noch eine immer noch genutzte Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Es gibt auch ein Mönchsgefängnis. Dabei handelt es sich um eine Felsenhöhle mit einigen Holzeinbauten, Filakae Monakon. Metamorphosis, Megalo Meteoro, hierbei handelt es sich um das größte der Meteora-Klöster. Der ganze Komplex ist 60.000 qm groß und liegt 613 m über dem Meeresspiegel. Zu einem Besuch in den Klöstern von Meteora gibt es noch einen Tipp bei der Bekleidung. Man sollte als Frau daran denken ein T-Shirt mit Ärmeln zu tragen. Der Rock sollte nicht oberhalb vom Knie enden. Auch der Mann sollte keine kurze Hose tragen. Ein Besuch ist trotz allem möglich, denn wenn die Kleiderordnung nicht ganz stimmt, bekommt man einen „modischen“ Wickelrock ausgeliehen.

Wenn man Zeit und Lust hat, sollte man sich auch auf den Weg nach Mittelgriechenland begeben. Nördlich vom Golf von Korinth findet man in 700 m Höhe Delphi. Der Name weißt auf die Verehrung der Erdgöttin Gaia hin, Delphos ist das griechische Wort für Gebärmutter. Später setzte sich die Verehrung Apollons durch und das Orakel entwickelte sich entsprechend. Bekannt war Delphi auch unter dem Namen Pytho, nach der geflügelten Schlange, die Apollon hier getötet haben soll. Im Mittelalter entstand über den Ruinen ein Dorf. Erst 1892 begannen französische Archäologen mit der Ausgrabung und die Bevölkerung wurde an die Stelle umgesiedelt wo wir heute das moderne Delphi finden. In der Antike galt Delphi als Mittelpunkt der Welt. Das Orakel war Apollon geweiht und gilt als das wichtigste im antiken Griechenland. Das Medium war die einzige Frau, die den Apollon- Tempel betreten durfte. Sie setzte sich wahrscheinlich durch die Inhalation von ethylenhaltigen Gasen in Trance.

Diese traten aus einer Erdspalte aus. Ihre Worte wurden durch den Oberpriester interpretiert. Das Orakel hatte einen beträchtlichen Einfluss im gesamten Griechenland und wurde vor jeder wichtigen Unternehmung befragt. Etwas abseits liegt die Kastalia-Quelle, der Sage nach wurde einem die Dichtergabe verliehen, wenn man aus ihr trank. Die wichtigsten und schönsten Funde kann man im archäologischen Museum direkt an der Ausgrabungsstelle bestaunen. Im unteren Teil des Ausgrabungsgeländes liegt das Heiligtum der Athena, Pronaia mit einem Rundtempel. Das Schatzhaus der Athener, der Aufbewahrungsort ihrer Weihgeschenke, wurde rekonstruiert und steht an der heiligen Straße, die zum Apollon-Tempel führt. Vor dem Tempel stehen noch 6 der ursprünglichen 38 Säulen. Oberhalb des Tempels liegt das Theater für etwa 5.000 Zuschauer. Das Stadion liegt weiter hangaufwärts. In Delphi fanden auch Spiele statt. Sie waren nach den Olympischen Spielen die zweitwichtigsten in der Antike. Sie fanden erst alle acht, später alle vier Jahre statt. Anfangs gab es als Wettkampf nur den Gesang an der Kithara. Später kamen weitere musische und gymnastische Wettkämpfe und auch Wagen- und Reiterrennen hinzu. Sie endeten etwa zur gleichen Zeit wie die Olympischen Spiele (etwa 394 n. Chr.). 1.600 Jahre später wurde in Berlin der Internationale Delphische Rat gegründet und 2000 fanden in Moskau die ersten Delphischen Spiele der Neuzeit statt.

Noch einige Hinweise

Es gibt viel zu sehen. Für jeden Anspruch etwas. Natur im Überfluss und „alte Steine“ wohin das Auge sieht. Baden und Sonne tanken kommen auch nicht zu kurz. Bei den Straßen sollte man nicht immer unseren Standart erwarten. Gerade bei den kleinen Straßen durch die Berge gibt es oft keine Leitplanken und der Abgrund lässt grüßen. Die Autobahn kann aber gut mithalten. Die beste Reisezeit ist Mai-Juni, dann ist es schon warm, aber die Sonne hat dem Grün noch nicht allzu übel mitgespielt. Im Juli und August kann es mit unter sehr warm werden.

(c) Annette Holstein

 

Unterkünfte in Griechenland kann man online vergleichen ... (mehr Information)