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Urlaub auf Malta nach dem Abitur.

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Malta - Geschichte live im Mittelmeer

flagge von malta

(EM) Nach dem Abitur hatte ich mir mit Alex, einem Freund und Mitabiturienten überlegt die Mittelmeerinsel Malta zu besuchen. Im Juni 1995 ging es los und wir flogen von Düsseldorf nach Valletta. Schon in der Luft konnte man im Landeanflug erkennen, wie trocken die Insel ist. Malta gilt als einer der trockensten Staaten der Erde und es gibt nur einige wenige grüne Flecken, insbesondere im Sommer.

Mit gerade einmal 316 qkm hat das kleine Malta über 400.000 Einwohner und ist damit ziemlich dicht besiedelt. Hauptstadt ist Valletta, wobei eigentlich ganz Malta wie eine große Stadt wirkt, da zumindest die Hauptinsel selbst sehr zersiedelt ist. Kleinere Inseln, die zu Malta gehören sind u.a. Gozo (67 qkm) und Comino.

malta bucht

Hafen auf Malta (c)

Wir waren in einem neuen Hotel in St Julian´s untergebracht. Das ist die Partymeile von Malta und so waren wir von Bars, Kneipen und Diskotheken umzingelt. Hier war eigentlich immer etwas los und abends, wenn es etwas kühler wurde (das Wetter war die ganzen 2 Wochen ausgesprochen heiß unde trocken), füllten sich die Straßen mit jungen Leuten aus ganz Europa.

Sprachlich war der Umgang mit den Maltesern übrigens nie ein Problem, denn neben Malti (einer semitischen Sprache mit lateinischen Buchstaben) ist Englisch als Überbleibsel der Kolonialzeit noch die zweite Amtssprache Maltas und weit verbreitet. Da geschah es dann nicht selten, dass wir von Deutschen zunächst auf Englisch angesprochen wurden. Aufgrund unserer holprigen Antwort wurden wir dann aber schnell als Landsleute entlarvt. Das war natürlich dann immer wieder ein besonderer Joke. Nicht umsonst ist die Insel besonders für Sprachurlaube ein Hotspot. Die Mentalität der Maltester schien uns im übrigen eher herb, aber durchaus hilfsbereit.

Wir machten zwar keinen Sprachurlaub aber langweilig war es uns trotzdem nie. Und die ein oder andere Vokabel lernten wir doch dazu wie z.B. Kidney (Niere), was wir zunächst als eine Art Pilze identifizierten. Aus Nudeln mit Pilzen wurde dann etwas, was wir zum Glück nicht wirklich aßen. Ansonsten war das Essen ok. Eine Mischung aus Mittelmeerküche und englischer Ausrichtung, wobei das Hotel leider nur bei den Beilagen nicht geizte. Der Koch wurde jedenfalls bei der Essensausgabe immer streng von einem Manager beäugt. Egal, wir wurden jedenfalls halbwegs satt!

Tagsüber machten wir einige Ausflüge insbesondere nach Valletta. Die Stadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und auch heute noch erkennt man die alte Festungsstadt. Malta war eine Festung der Kreuzritter, wer sich für diese Geschichte interessiert ist hier richtig. Zahlreiche Überbleibsel und Museen errinnern an diese Zeit wie der Großmeisterpalast, in dem heute das Parlament tagt und der Präsident seinen Sitz hat.

Im Großmeisterpalast findet man historische Empfangssäle und Wandteppiche, ferner Rüstungen und zeitgenössische Waffen. Aber auch das Archäologische Nationalmuseum ist sehenswert, genauso wie das Fort St. Elmo. Die Maltester sind auch heute noch sehr gläubig, der römisch-katholische Glauben spielt eine große Rolle. So gibt es zahlreiche religiöse Feste, eigentlich das ganze Jahr über. Die vielen Sakralbauten wie z.B. St. Johns Cathedral zeugen ebenfalls davon. Wer sich für Kirchen interessiert, wird auf Malta sicher fündig!

Auch in Mdina gibt es eine sehenswerte Kathedrale. Der älteste Ort der Insel war früher sogar die Hauptstadt. Unweit von Mdina liegt der Ort Rabat, der einige interessante verwinkelt Gässchen aufzuweisen hat.

Die Strände sind auf Malta selbst meist aus Felsen. Schnorcheln kann man aber auch dort. Sandstrände findet man aber auch auf Gozo, der etwas ruhigeren und grüneren Insel. Wir selbst hatten leider Gozo keinen Besuch abgestattet. Dafür machten wir aber einen Ausflug zur Blauen Lagune. In dieser Grotte hatte das Meer wirklich eine faszinierende Färbung und es entstanden interessante Lichteffekte im Spiel zwischen Sonnenlicht und Wasser.

In Valletta kann man zum Einkaufen die Republic Street nutzen, wenn man sich denn bei der Hitze noch bewegen kann. Es gibt aber auch Shoppingmöglichkeiten in Sliema. Wir besuchten auch den verschlafenen Fischerort Marsaxxlok, der bekannt ist für seine bunt bemalten Fischerboote mit dem phönizischen Auge am Bug.

Es gibt noch weitere Sehenswürdigkeiten auf Malta, wie etwa die Tempelanlagen von Tarxien. Ein Urlaub auf Malta ist sicherlich eine interessante Alternative für Menschen, die gerne der Geschichte auf der Spur sind und dabei mit heißem Klima (zumindest im Sommer) zurecht kommen. Mit Englischkenntnissen wird man hier keine Probleme haben!