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Südtirol mit Meran, Bozen und Ultental.

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Südtirol - die beste Mischung der Alpen

flagge italien

(EM) Südtirol (ital. Alto Adige) bzw. die Provinz Bozen, ist die nördlichste Provinz Italiens. Gemeinsam mit dem südlicheren Trentino bildet sie die Region Trentino-Südtirol. Das Gebiet gehört erst seit 1919 zu Italien und war vorher ein Teil Österreich-Ungarns. Seit dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 hat die Provinz eine umfassende Autonomie und Südtirol hat sich zu einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Provinzen Italiens entwickelt. 

kirche im see

Kirchturm von Alt-Graun am Reschensee (c)

Wer die Provinz besucht, wird schnell feststellen warum, denn die Menschen sind ungemein freundlich, hilfsbereit und stolz auf ihre kleine Heimat und deren Traditionen. Heute noch sind über zwei Drittel der Bevölkerung deutschsprachig, daneben gibt es eine italienische Minderheit. Komplettiert wird die bunte Mischung durch eine weitere Volksgruppe, nämlich die Ladiner. Neben Deutsch und Italienisch ist auch das Ladinische, eine eigenständige romanische Sprache, noch verbreitet.

Bozen (ital. Bolzano) ist die Hauptstadt der Provinz. In Bozen bilden die Italiener mittlerweile die Mehrheit, was man auch der Stadt anmerkt, denn sie wirkt wesentlich italienischer als z.B. Meran (ital. Merano).

Südtirol hat ein besonders angenehmes, mediterran beeinflußtes Klima. An der Südseite der Alpen hat es wesentlich mehr Sonnenstunden zu verzeichnen als nördlichere Regionen. Es ist ein beliebtes Reiseziel für den Wintertourismus und hat einige schneesichere Skigebiete, allerdings ist Südtirol auch im Sommer ideal für einen aktiven und gesunden Urlaub. So war es kein Zufall, dass auch wir einmal dieses beliebte Urlaubsgebiet besuchen wollten. Im Mai 2006 war es dann soweit, es zog uns also mit dem Auto in die südliche Alpenregion. Ein wenig Respekt hatten wir vor der doch relativ langen Fahrt, die wir dann aber mit einer Übernachtung bei Freunden bei Donauwörth (Bayern) abkürzten. Am anderen Morgen war der Weg nach Südtirol nur noch ein "Katzensprung".

 

Meran und Umgebung

Silke, eine Freundin hatte uns die Unterkunft "Am Gasteigerhof" von Familie Ladurner in Marling (ital. Marlengo) empfohlen. Ein guter Tipp, den wir gerne weiterempfehlen. Bei Famlie Ladurner haben wir uns sehr wohl gefühlt (der selbstgemachte Holundersaft von Frau Ladurner auf heißem Wasser gegen meine Halsschmerzen war der Urlaubsretter), die Unterkünfte sind gut ausgestattet und äußerst sauber. Das Frühstück ist liebevoll und reichhaltig zusammengestellt und der ideale Starter für einen anstrengenden Wandertag durch die Südtiroler Landschaft. Frau Ladurner ist außerdem immer eine gute Ansprechpartnerin, wenn es um Ausflugtipps und Tourenvorschläge geht.

Der Ort Marling ist ein idyllischer Urlaubsort und bietet sich von der Lage geradezu an, um Meran und Südtirol einmal kennenzulernen. Von hier aus startet der beliebte Marlinger Waalweg, der über 12 km als künstlicher Wasserlauf die Landschaft erschließt.

panorama meran

Blick über das sonnige Meran (c)

Insgesamt war unser Urlaub eigentlich zu kurz, denn eine Woche reicht eigentlich nur um einen kleinen Einblick in die vielfältige Urlaubslandschaft Südtirols zu erhalten. Es galt für uns also möglichst viel in der kurzen Zeit zu unternehmen. Wir haben daher, nachdem wir Marling gesehen hatten, zunächst versucht möglichst viel von Meran zu sehen. Die zweitgrößte Stadt in Südtirol ist sehr ansprechend, da sie sehr gepfegt ist und noch einige gut erhaltene historische aber auch moderne Sehenswürdigkeiten aufzuweisen hat.

Meran ist ein bekannter Kurort und das alte Kurhaus ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Kurprommenade lädt zum schlendern und verweilen ein. Wir besuchten natürlich Schloß Trauttmansdorf, das bekannte Schloß, wo einst auch Kaiserin Elisabeth (Sisi) einige Zeit verweilte. Hier befindet sich ein äußerst sehenswerter Botanischer Garten. Die Pflanzen profitieren vom milden Klima der Stadt und im Garten findet man auch Pflanzen, die man eigentlich wesentlich weiter südlich vermuten würde.

Im Schloss ist auch das Touriseum untergebracht, ein Museum über den Tourismus und dessen Entstehung und Entwicklung in Südtirol. Mittem im Herzen von Meran findet man auch die Therme von Meran. Der großzügig angelegte Bereich ist ideal, wenn man nach einigen Wandertagen einmal etwas relaxen möchte. Sehenswert sind in Meran auch die Altstadt mit der Laubengasse (hier befindet sich auch das Frauenmuseum Evelyn Ortner), einige sakrale Gebäude, Brücken, Stadttore sowie der Hingucker, die Landesfürstliche Burg mitten in Meran. Sie befindet sich nahe dem Rathaus unweit der Lauben und beherbergt ein Museum (u.a. historische Waffenausstellung und Musikinstrumente) mit einer integrierten Kapelle.

Erwähnenswert über Meran ist, dass die Stadt noch sehr österreichisch wirkt, allerdings der mediterrane Einfluß deutlich zu spüren ist. Aber genau das hat uns so an Meran gefallen, da sie zumindest auf den ersten Blick viele Vorzüge der jeweiligen Kultur- und Sprachkreise vereinigt. Hier haben wir uns jedenfalls sehr wohl gefühlt. Die vielen Besucher aus Deutschland beweisen im übrigen, dass wir das nicht alleine so empfinden.

Meran wäre für uns sicher auch ein sehr schönes Ziel zum dauerhaften Leben, jedoch ist die Stadt nicht gerade billig. Aber wie heißt es, Schönheit hat ihren Preis! Von dieser Schönheit kann man übrigens besonders viel sehen, wenn man den Tappeinerweg erwandert. Es eröffnen sich auf diesem Rundweg rund um Meran herrliche Einblicke in das Tal, über den Ort und in die Natur der Umgebung insgesamt. Eine weitere interessante Sehenswürdigkeit im Umkreis von Meran ist Schloß Tirol das man in Kombination mit schönen Wandermöglichkeiten besuchen kann. Hier befindet sich auch das Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte. Außerdem ist Meran für den Meraner Höhenweg bekannt, ein Bergwanderweg, der die Texelgruppe umrundet.

Nachdem wir Meran kennengelernt hatten, hatten wir uns aber vorgenommen nun die vielversprechende Bergwelt Südtirols zu entdecken. Wir machten daher Ausflüge ins noch sehr ursprüngliche Ultental.

 

Ultental - Südtiroler Usprünglichkeit  

Das Ultental ist von Meran aus gut mit dem Auto erreichbar. Meine Kollegin hatte uns vor dem Urlaub einen Wanderreiseführer für Südtirol geschenkt und dort hatten wir uns eine Tour mit der Bezeichnung "Ultner Höfeweg" ausgesucht. Die Tour war zwar recht lang (immerhin 18 km) hatte jedoch nur geringe Höhenunterschiede und war daher angenehm zu gehen.

höfe

Höfe im Ultental (c)

Wir starteten am Parkplatz in Kuppelwies am Zoggler Stausee. Vorbei ging es an den Taisenhöfen nach St. Nikolaus, wo wir das Ultner Talmuseum besuchten. Dort gab uns eine Ultnerin Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken und zum Leben in früheren Zeiten im Ultental. Danach ging es wieder vorbei an typischen Höfen dieser Region wie die Gasteighöfe, Gschörahöfe und Schwaighöfe. Hier wanderten wir an fleißigen Einheimischen, frechen Gänsen und fleißigen Bienen vorbei. Später erreichten wir die Ultner Urlärchen (über 2.000 Jahre alt), wo wir kurz rasteten,  um uns dann über Wiesen, glasklare Bäche und dichten Wald auf dem Heimweg zu machen.

An einem anderen Tag machten wir uns auf in einen abgelegeneren Teil des Ultentals, nämlich zum Weißbrunnsee. Hier sieht man noch die alten Bergbauernhöfe an steilen Wiesen oberhalb des Tals. Der See ist ebenfalls sehr beeindruckend und liegt auf ca. 1.900 m Höhe. Die Wanderwege sind gut markiert, die Wanderung allerdings schwerer, da hier schon steilere Wege zu erwandern sind, als auf der Tour am Vortag.

schnee im ultental

Im Ultental lag noch Schnee (c)

Dafür ist der See und seine Umgebung aber eine angemessene Entschädigung. Wir hatten auf dem Rückweg sogar noch einen Aufstieg zur Fiechtalm geplant, standen aber plötzlich mittem im Schnee. Der Weg war nicht passierbar, was im Mai durchaus vorkommt und so wanderten wir eine Alternativroute zurück. Von St. Gertraud aus machten wir uns dann abends wieder auf dem Heimweg nach Marling.

 

Bozen, die Hauptstadt

Nachdem wir mit diesen Touren ein wenig von der Südtiroler Bergwelt genießen durften, wollten wir zum Abschluß noch Bozen, die Hauptstadt der Provinz kennenlernen. Wir hatten gelesen, dass Bozen schon recht italienisch geprägt ist und hatten aus "übertriebener" Vorsicht lieber den Besuch der Stadt mit dem Zug geplant.

bozen

Altstadt von Bozen (c)

Es lief auch alles nach Plan und nach einer kurzen Zugfahrt waren wir auch schon in Bozen angekommen. Insgesamt wirkte Bozen nicht nur größer und städtischer, sondern in der Tat irgendwie italienischer als Meran. Etwas chaotischer und auch sprachlich mehr auf italienisch abgestimmt. Natürlich hat man auch in Bozen keine Probleme mit Deutsch durchzukommen.

Nach dem erlebnisreisen Tagen beschränkten wir uns in Bozen auf einen Besuch im Südtiroler Archäologiemuseum. Dieses ist insbesondere bekannt geworden durch den "Mann vom Hauslabjoch" oder kurz "Ötzi". Das Museum hat aber nicht nur Ötzi zu bieten, sondern ist allgemein sehr umfangreich und liefert einen guten Einblick in die Archäologie der Region.

In Bozen ist natürlich auch die Altstadt sehr sehenswert, insbesondere die Bozner Lauben. Auch die Bozner Pfarrkirche bzw. Dom ist einen Besuch wert. Die Stadt hat noch viele weitere Sehenswürdigkeiten wie Museen, Kirchen, Brunnen, Plätze und Tore. Die Innenstadt ist außerdem ein netter Ort zum bummeln, einkaufen, beobachten und essen. Es gibt viel zu sehen in Bozen und hier ist einiges los. Nach einigen Stunden holten wir uns unser essen aber nur "auf die Faust" und machten uns auf dem Weg zum Bahnhof zurück nach Marling.

 

Fazit

Südtirol ist ein sehr vielseitiges Reiseziel. Wir haben in einer Woche versucht ein wenig von der Natur und Kultur der Region zu entdecken und waren begeistert. Allerdings war dies nur ein kleiner Teil dieses mit Sehenswürdigkeiten reich ausgestatteten Feriengebietes, dass ganzjährig bereist werden kann. Jede Jahreszeit hat dabei sicher ihren Reiz, so daß wir noch einige Reisen nach Südtirol machen müssen!